BEYOND BOUNDARIES –
EINE INTERSEKTIONALE
PERSPEKTIVE AUF DEN
ÖFFENTLICHEN RAUM
Buch
Der öffentliche Raum spielt in unserer Gesellschaft eine zentrale Rolle als Ort der Begegnung, des Austauschs und der demokratischen Teilhabe. Er repräsentiert nicht nur physische Gegebenheiten, sondern auch soziale Strukturen. Er steht immer häufiger im Mittelpunkt der Debatten über unsere Städte. Er prägt unseren Alltag wie kaum eine andere räumliche Situation und ist gleichzeitig ein Zeitzeuge veralteter Vorstellung des Zusammenlebens. Das sehen wir am Status quo der autogerechten Stadt. Straßen so breit wie Alleen und daneben Gehwege zu schmal für einen Kinderwagen. Hier findet motorisierter Verkehr allumfänglich statt, eingeschrieben in die Winkel und Achsen der Bezirke. Doch inzwischen herrscht ein breiter Konsens: Die autogerechte Stadt muss weichen. Durch die lange Beständigkeit der gebauten Umwelt haben wir es mit Räumen zu tun, welche eine veraltete Realität widerspiegeln und welche die Entscheidungen in unserem Leben prägen. Wir wissen, dass sie uns Möglichkeiten des Aufenthalts, der Mobilität, der Vielfalt, der Bebauung, der Klimagerechtigkeit und vielem mehr nimmt. Nicht ohne Grund erleben wir die Erneuerung unserer Städte circa alle 50 Jahre, denn wie soll eine veraltete Vorstellung des Zusammenlebens unter heutiger Betrachtung standhalten?
Im Fokus stehen inzwischen Parameter der Urbanisierung samt Verdichtung, Klimawandel samt Extremwetterereignissen und Umweltzerstörung samt Verlust von Naturflächen. Eine alternde Gesellschaft, Migration und steigende Mieten erhöhen zusätzlich den Nutzungsdruck auf den öffentlichen Raum und treffen vulnerable Gruppen am stärksten. Es bietet sich uns also die Chance und die Notwendigkeit, den öffentlichen Raum neu zu denken und dabei alle Bevölkerungsgruppen mit einzubeziehen.
Planer*innen tragen die Verantwortung, öffentlichen Raum für alle zu gestalten. Intersektionale Lebensrealitäten kamen in der Architektur bisher kaum zu tragen, fehlen in der Lehre und so ist unser Wissen über die urbanen Folgen und Bedürfnisse von marginalisierten Bevölkerungsgruppen lückenhaft. Diskriminierung, Exklusion und Machtverhältnisse sind im öffentlichen Raum in politischer, sozialer und baulicher Ebene festgeschrieben.
Dieses Projekt rückt das in den Mittelpunkt und verschiebt den Blickwinkel auf jene, die der öffentliche Raum aktuell im Stich lässt. Ich möchte ein Neu-Denken etablieren und von der Lebensrealität marginalisierter Bevölkerungsgruppen ausgehen.
Ich frage mich: Welche Folgen hat die letzte Aushandlung des öffentlichen Raums unter der Betrachtung der demokratischen Teilhabe für marginalisierte Bevölkerungsgruppen und welche Bestandteile fehlen für einen gerechten Raum?
01 Prolog
      Einleitung
      Die Aufgabe des öffentlichen Raums
      Die Intersektionalitätstheorie
      Das Wheel of Privilege and Power
      Verortung des Buches

02 Überblick der Grundlagen
      Zum Stand der Forschung
      Glossar
      Lesart des Buches
      Definition öffentlicher Raum
      Zeichenwerkzeuge
      Inhaltliche Hinweise

03 Verortung und Betrachtungsraum
      Galgenhof im Nürnberger Süden
      Die Wölckernstraße
      Gespräche und Erfahrungen
      Erfahrungen und Beobachtungen

04 Öffentlicher Raum: Symbiose oder Antibiose?
      Die Relevanz des Wohnumfelds
      Sicherheit und Wohlbefinden
      Stadtraumerweiterungen
      Verteilung von Raum
      Verkehr und Gesundheit
      Barrierefreiheit und Zugänge
      Infrastrukturelemente und deren Wirkung

05 Ein Blick hinter die Fassade
      Intersektionalität in der Planung
06 Nachschlagewerk der Exklusion
      Staatlich-politisch
      Gesellschaftlich-sozial
      Architektonisch-baulich

07 Nachschlagewerk der Inklusion
      Staatlich-politisch
      Gesellschaftlich-sozial
      Architektonisch-baulich

08 Man darf ja wohl noch träumen!
09 Fazit
10 Verzeichnisse

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