Wie könnte die typologie safe(r) space konzipiert sein? 
Was wird morgen sein? Alltägliche Orte, Objekte und Strukturen, die wichtig, wenn nicht gar lebenserhaltend, waren, wandeln sich und werden weitergebaut. Zeichen der Vergangenheit mischen sich mit der Gegenwart. In der Entwicklung spiegeln sich nicht nur funktionale und infrastrukturelle Anforderungen, sondern vor allem kulturelle und politische Haltungen. Gibt es Interpretationen und Visionen für bestimmte Auslaufmodelle oder Orte?
Die folgende Arbeit beschäftigt sich mit der architektonischen Typologie. Durch politische, aktivistische und soziologische Bewegungen kommen neue Typologien auf, bereits vorhandene werden an den Zeitgeist angepasst und veraltete werden gänzlich umformuliert. Im Zuge dessen gibt es seit circa einem Jahrzehnt die Typologie safe(r) space, die in der Praxis unterschiedlich ausformuliert bereits vielfältig Anwendung findet, jedoch theoretisch kaum Beachtung bekommt. Welche bereits vorhandenen Typologien ermöglichen safe(r) spaces? Welche Typologien können vereint werden, um eine safe(r) space zu generieren? Wie kann eine Typologie Aktivismus unterstützen? Welche Nutzungen und welche Wirkung braucht es für safe(r) spaces?
safe space
Substantiv, maskulin - der // [ˌseɪf ˈspeɪs]
"Ein safe space ist also ein (physischer oder virtueller) Raum, eine Räumlichkeit oder ein Ort im Sinne eines Rückzugsortes für Menschen, die von Marginalisierung, Diskriminierung oder anderen Formen gesellschaftlicher Ausgrenzung, sozialer Ungleichheit und/oder Zurückweisung betroffen sind. Häufig werden safe spaces in sozialen Kollektiven, Initiativen und Gruppen gegründet, um einen vor anderen Mitgliedern der Gesellschaft geschützten Bereich für die Betroffenen zu schaffen, der auf dem kollektiven Verständnis der Gruppe beruht. Innerhalb dieses Raumes ist es Menschen mit Ausgrenzungserfahrungen möglich, sich ungestört auszutauschen und widerständige Strategien zu entwickeln. Der safe space definiert hierbei einen Ort, an dem die Personen sich im Gegensatz zum Leben im öffentlichen Raum sicher sein können, auf Gleichgesinnte zu treffen und nicht für ihre Aussagen und das Teilen ihrer Erfahrungen von anderen kritisiert zu werden. Safe spaces sollen vor unterschiedlichen Formen von Gewalt und Diskriminierung schützen: vor sexuellen Übergriffen, vor der Reduktion auf idealisierte oder sexualisierte Körperbilder bzw. generellem Sexismus sowie vor Rassismus, Homophobie oder Transphobie."
https://www.feministisch-veraendern.de/themen-und-konzepte/safe-spaces/ <12.12.2022>​​​​​​​


Für den Aktivismus bildet eine Symbiose aus diversen Nutzungen eine Grundlage, um intersektional agieren zu können. Von Rechtsberatung, Therapie und Arbeitsräumen für Aktivist*innen über Gastronomie und Veranstaltungsflächen bis hin zu frei transformierbaren Flächen und Forschungsräumen ist alles relevant. Ein Mapping von 16 Nutzungen zu acht raumgestaltenden Parametern zeigt, welche Räume innerhalb eines Gebäudes thematisch ähnlich strukturiert und bezüglich der gestalterischen Organisation beieinander liegen könnten. Welche Räume brauchen größere Raumhöhen, wie privat sind diese, wie laut, behaglich oder technisch ist deren Anspruch?
Ein Gedankenexperiment: Wie können ausgediente Gebäudestrukturen umgenutzt werden? Wie können Orte transformiert werden, um sicher zu sein? Welche Faktoren nehmen unsere Sicherheit?

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